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Farbe und Stil

17

Feb
2017

Lebensbestimmende Stereotype hinterfragen

On 17, Feb 2017 | In Farbe und Stil, Kleidersprache | By Antoinette Anderegg

Rosa oder Hellblau?

Dass bis in die 40er-Jahre richtige Jungs noch Rosa trugen* und Blau, als die Farbe der heiligen Maria, die Mädchen kleidete, zeigt wie relativ unsere Zuordnungen sind. Noch im Jahre 1918 schrieb eine amerikanische Frauenzeitschrift Rosa sei nun mal die kräftigere und damit für Jungs geeignete Farbe**. Heute ist Barbie rosa und Ken hellblau. Die meisten Jungs würden sich weigern rosa zu tragen und so in den Kindergarten zu gehen. Rosa gilt heute als süss, sanft und vor allem – weiblich!

‚Gott gegeben’ erscheint schon den Kindern, sogenannt typische weibliche oder männliche Eigenschaften, wie auch Verhalten und Aufgaben. Beerensammlerinnen und Jäger? Archäologen haben herausgefunden, dass unsere Vorfahren diesen festen Rollen gar nicht entsprachen. ***

Unser Hirn neigt dazu komplexe Informationen zu reduzieren. Man kann es ihm nicht verübeln. Es wäre total überfordert alle 11 Millionen Sinneseindrücke, die pro Sekunde auf es einprasseln zu verarbeiten. Das Hirn erschafft also einfache Denk-und Urteils-Muster (Stereotype = griech. ‚Starre Muster’) die mit klaren Zuordnungen ‚Ordnung’ schaffen und so unser Denksystem entlasten.

Stereotypen sind an sich weder positiv noch negativ. Sie haben es aber, wenn sie nicht hinterfragt werden ‚ in sich’. So können sich Stereotypien zu Vorurteilen (= negative Vorverurteilungen, z.B. Rassismus) verstärken oder abgedroschen zu Klischees verkommen wie im Gender Experiment im Video zu sehen: Prinzessinnen tragen rosa Kleider und Frauen haben lange Haare und Männer gehen zur Arbeit während es die Frauen sind, die kochen und gerne einkaufen.

Solche Gender-Stereotypien beeinflussen nicht nur unser Eigenbild, unsere Denkweise, unsere Urteile und unser Verhalten sondern auch unsere beruflichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten ein Leben lang.

Eine Untersuchung hat ergeben, dass Sendungen, die explizit für Mädchen gedacht sind, vor allem von Freundschaft, Pferden, Musik und Magie handeln und typische Bubensendungen Rivalität, Kampf und Stärke zum Thema machen. ****

In der Businesswelt ist bestens zu beobachten, dass machtvolles, sachlich-dominantes Verhalten als männlich gilt und leidenschaftliches, oder empathisch-fürsorgliches als weiblich. Entsprechend diesem Stereotyp werden Frauen in andere Geschäftsfelder gedrängt als Männer. Was beiden nicht gerecht wird. Wie schön wäre es, wenn wir beiden zu gleichen Teilen beides zutrauen und zugestehen würden.

Gendergerechtes Verhalten wird halt von der Gesellschaft eingefordert. Die Vorstellung, dass ein Verhalten, unabhängig vom Geschlecht, vor allem einer Rolle und einer Situation gerecht werden sollte, wird von Vielen als Verrat an der sexuellen Identität erlebt.

Diese ‚Aufweichung’ der Grenzen erleben viele als Bedrohung einer richtungsweisenden einfachen ‚Ordnung’.

Im Kurs FRAU.MACHT.BUSINESS werden (männliche) Machtspiele durchschaubar, aber auch eigenes Gender-Verhalten reflektiert. Dabei geht es aber auch darum sogenannt weibliche Stärken wie Empathie zu stärken, um diesen Vorteil auszubauen.

*(Rot galt als Signalfarbe als Symbol der Männlichkeit (Eros, Blut und Kampf) und Rosa war das ‚kleine Rot’, demzufolge war es die Farbe der Knaben.) Quelle: www.welt.de

** Quelle: www.sueddeutsche.de

*** Quelle: Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Uni Basel „Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“ Archäologisches Museum Colombischlössle Freiburg (D), Oktober 2014

**** Quelle: www.medienkindergarten.wien

Quelle allgemein zu Stereotyp: www.ikud-seminare.de

„FRAU. MACHT. BUSINESS“
Weibliche Körpersprache im Business – Intensiv-Workshop
25. März 2017 in Bern
Weitere Infos und Anmeldung

„Es war ein sehr eindrücklicher und aufschlussreicher Tag und die Zusammensetzung und Grösse der Teilnehmer war genau richtig. Sehr kurzweilig und sofort umsetzbar“
– Supply Chain Manager einer grossen Firma

 

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