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Hier erscheint der Witz des Tages! Ohne Witz.

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Körpersprache

20

Dez
2016

Macht-T®aum

On 20, Dez 2016 | In Körpersprache | By Antoinette Anderegg

Unsere Oberarme verraten den Macht-Raum den wir beanspruchen.

Die Oberarme zeigen an, wie sicher wir uns fühlen. Eng am Körper angelegt, schützen die Arme ihre weiche Innenseite, gleichzeitig die zwei lebenswichtigen Organe, nämlich Lunge und Herz. Aber damit verkleinern wir den Wirkungs-Radius unserer Gesten erheblich. Wir nehmen weniger Raum in Anspruch. Wenn wir Tiere beobachten, erkennen wir schnell wie diese Dominanz zeigen, wie sie mit schierer, auch vorgetäuschter Körpergrösse oder mit Lautstärke beeindrucken wollen. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Sie blähen sich auf, sie stellen die Haare, machen einen Buckel, schlagen das Rad. Sie brüllen und schreien so laut sie können. Menschen setzen sich Kronen, Hüte oder Federkränze auf, setzen sich Schulterpatten auf oder tragen Anzugsjacken mit Schulterpolstern. Sie stehen und sitzen breitbeinig da und – vergrössern Ihren persönlichen Raum mit grossen Gesten und weitschweifenden Blicken. Und auch wir Menschen setzen zur Raumeroberung die Stimme ein. Sie merken, die Sprache der Dominanz wird eher dem männlichen Stereotyp zugestanden. Frauen dürfen leisere Töne anschlagen, sollten aber die Verhaltens-Muster der Macht erkennen um das Frauen Stereotyp aufzubrechen und situativ freier handeln zu können.

 

(Video ohne Ton)

Mut, Wille und leidenschaftliche Überzeugungen prägen alle diese drei Frauen.

Aber wie unterschiedlich transportieren ihre Körper ihre Botschaften und zeigen uns unterschiedliche Persönlichkeiten.

Es bleibt dabei: Nicht hauptsächlich das ‚Was’, sondern das ‚Wie’ bestimmt die Gestalt, die eine Rede im Kopf des Publikums annimmt.

Wer transportiert Gelassenheit? Wer schützt sich und versucht die Kontrolle nicht zu verlieren über sich und die Situation? Wer wirkt spontan und unkontrolliert? Von wem könnten wir phantasieren, dass sie uns ‚überfährt’ den Platz streitig macht? Wer wirkt wie eine Führungsperson? Wer steht da um zu informieren? Wer versucht leidenschaftlich ein Publikum für sich zu gewinnen? All diese Fragen können Sie ohne Worte zu hören beantworten.

Und wiederum schauen wir dabei auf die Oberarme. Angelegte Oberarme, wie bei der ersten Frau im Video, Alison Ledgerwood, sind nur mit Anspannung möglich. Der angespannte Körper zieht sich zusammen, transportiert kaum Gelassenheit, eher ein Mangel an (Grund-)Vertrauen und daraus resultierend ein Bedürfnis sich, die Situation oder die anderen zu kontrollieren. Was einen starken Willen voraussetzt. Ich traue Ihr Fleiss, Diskretion und Ehrgeiz zu, aber auch wenig Flexibilität.

Arme aber sind die direkte physische Verbindung zum anderen: Wir strecken die Arme zum geliebten Menschen hin, um ihn schlussendlich in die Arme schliessen. Die zum anderen hin ausgestreckten Arme wagen es auch in den persönlichen Raum des Gegenübers einzudringen und zeigen damit Selbstsicherheit und Dominanz, aber auch den Willen von sich selbst weg zum anderen hin zu gehen. Die angelegten Oberarme verhindern die volle Hingabe und gleichzeitig verharren wir in einen statustiefen Zustand. Alison Ledgerwood ist vor uns, aber nicht bei uns.

Die zweite Frau ist Nisha Kantona: In der Impulsivität breitet sich der Körper aus, die Kontrolle über Nebenschauplätze wie das Spiel mit den Haaren oder Klicken des Kugelschreibers, ist nicht möglich. Der impulsive Mensch transportiert Energie und Leidenschaft, in den fliessenden Bewegungen, Offenheit und Authentizität. Gehen aber die Arme nur seitwärts, nehmen sie zwar Raum ein, demonstrieren ‚seht ihr mich’, aber es entsteht zwar ein raumfüllender, aber kein dominanter oder empathischer Eindruck, denn die Arme bleiben in der Ebene der sprechenden Person ohne in den Raum vor ihr zu dringen. Sie wirkt authentisch, kann faszinierende Verführerin sein, ideal für den Verkauf.

Die dritte Frau, Carolina Müller-Möhl, vermittelt durch die entspannten Schultern und die locker hängenden Oberarme eine vertrauenserweckende Gelassenheit die auf Routine schliessen lässt. Sie wirkt aber auch sachlich, sogar etwas kühl vielleicht. Die nach vorne gehende Gestik vermittelt Selbstbewusstsein. Sie nimmt über den ruhigen Augenkontakt Raum ein und durch ihre natürliche Körpergrösse. Sie hat es nicht nötig Raum zu erobern, sie besitzt ihn schon. Bilden die Arme beim Reden zwischendurch eine nach unten zeigende Schlaufe, zeugen sie hier von einer gewissen persönlichen Zurückhaltung. Ihr fehlt die Leidenschaft, die Nisha Kantona im wahrsten Sinne des Wortes bewegt.

(Quelle: Youtube: 1. Getting stuck in the negatives (and how to get unstuck) Alison Ledgerwood TEDxUCDavis / 2.Women in Business Awards 2016 Keynote speech Nisha Katona- ‚Stepping Outside the Circle of Security’ / 3. Pro Juventute-Botschafterin Carolina Müller-Möhl)

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Frau. Macht. Business.
Weibliche Körpersprache im Business – Intensiv-Workshop im 2017

 

 

 

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