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Stark führen – weiblich handeln!

22nd September 2019 By Juliette

Sie zeigt wie’s geht. Jacinda Ardern, Neuseelands Präsidentin (von ihren Landsleuten nur Jacinda gerufen) ist das role model für die heutige Frau und Gegenmodell zu den mächtigen, alten Männern. Die grosse Wut, das grosse Ego ist ihr fremd. Kompetent, gelassen, diplomatisch, leidenschaftlich engagiert, versteht sie die Bedürfnisse der Menschen.

Souverän und klug zeigt sie Emotion, ohne dabei die Distanz zu verlieren, die nötig ist, um den nötigen Halt zu vermitteln und entschlossen zu handeln:

Sie sehen wie sie das nötige Mitgefühl für die Hinterbliebenen der Opfer des Attentates von Christchurch vom 15. März 2019 zeigt, aber nur in ihrer rechten Gesichtshälfte. Dort hebt sich das Innere der Augenbraue zum Trauerausdruck, wohingegen die linke, persönliche Seite eine starke Entschlossenheit zeigt. Die Augenbraue senkt sich, das Auge ‚hängt‘ nicht wie auf der linken Seite.

Jacinda Ardern ist zwar fähig zur hohen Selbstkontrolle aber zeigt auch grosse Verletzlichkeit und den Wunsch den Menschen nahe zu sein.

Sie machte Geschichte, als sie vor einem Jahr ihr Baby an einen UNO Event mitbrachte.

Hier, gefragt, ob sie sich fern von ihrem Baby nicht unwohl fühle, sagt sie selbstverständlich gehe sie durch genau dieselben Gefühlszustände wie alle anderen Mütter. Dabei zeigen ihre abwehrenden Hände, wie sie nicht als etwas Anderes wahrgenommen werden möchte. Die hochgehobenen untern Augenlider erzeugen hübsche Falten und zeigen zusammen mit den nach oben weisenden Mundwinkel Glück. Die ganze Zeit bleibt Jacinda Ardern der Moderatorin zugeneigt.

In der nächsten Sequenz wird sie durch die Frage provoziert, ob sie denn auch einmal Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sei. Sie ist zuerst überrascht, man sieht’s an den emporschnellenden Augenbrauen und dem weit geöffneten Mund, aber schnell fasst sie sich wieder. Ihre Mundwinkel zeigen nun nach unten, es ist ja kein angenehmes Thema, aber ihre Zunge wird sichtbar und sie stülpt sich breit nach innen. Damit zeigt sie, dass sie nicht alles sagen wird. Die Unterlippe die kurz nach unten zieht, zeigt Befürchtungen. Sie neigt sich von der Moderatorin weg.

Der nächste festgehaltene Moment ist ein Moment der grossen Verletzlichkeit. Ihre Augen weisen nach unten in ihre emotionale Welt und als sie die Erinnerung zulässt leicht auf ihre rechte Seite in ihre Vergangenheit. Der Kontakt zur Moderatorin ist kurz abgebrochen. Das augenfälligste an ihrer Körpersprache ist ihr linker Mundwinkel, der sich nach nach aussen zieht. Das ganze Gesicht ist verzogen. Grundsätzlich ist jede Asymmetrie negativen Zuständen zuzuschreiben. Hier spezifisch handelt es sich um eine Situation in der sie Ohnmacht empfunden hatte, eine Art Enttäuschung darüber die Situation nicht besser gemeistert zu haben aber auch um ein Zeichen, dass sie persönlich beleidigt wurde. Ganz zum Schluss dieser Videosequenz zeigt sie ihr Unbehagen in dem sie nur die Augen der Moderatorin erneut zuwendet und nicht den ganzen Kopf und Körper.


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Schon allein die Körperspannung und der etwas schrille Ton ihrer Stimme sagt uns- Alarm, – da ist ‚Feuer im Dach’.

Meist selbstbewusst und vor allem Mehr Info…