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Körpersprache

07

Okt
2020

Unser Zeigefinger verkörpert, innerpsychisch, die Vorstellung ‘ICH’ in Bezug zur Gruppe.

On 07, Okt 2020 | In Körpersprache | By Antoinette Anderegg

Donald Trump spricht laut von der Notwendigkeit bei Aufruhr Gesetz und Ordnung wieder herstellen zu müssen. Eine Fähigkeit die er Joe Biden total abspricht.
Seine Gesten macht er plötzlich mit der linken Hand. Mit der linken Hand zeigen wir mehr Spontaneität, weniger Durchschlagskraft. Liegt ihm dieses Thema persönlich nah? Oder hat er nur schwache Argumente?

Jetzt kommt das Interessanteste: «ICH sage Ihnen wie es ist», betont er, «die Leute wollen Gesetz und Ordnung». Beim Wort ‘ICH’ klappt sein Zeigefinger ein. Wenn der Zeigefinger aufzeigt wie unser ‘ICH’ zur Gruppe steht, dann zeigt Trump damit wie sein ‘ICH’ sich von der Gruppe ‘ausklinkt’. Er ist nicht mehr ‘verbunden’. Gleichzeitig zeigt sein Zeigefinger auf sich selbst.

Interessiert ihn der Wunsch der Leute überhaupt? Oder ist alles nur Mittel zum Zweck zu verhindern, dass er als Verlierer endet? Ist sein scheinbar kraftvoller Kampf nichts anderes als das wild um sich Schlagen des Ertrinkenden? Am Ende der Sequenz scheint er selbstzufrieden.

In ganzen acht Momenten der Debatte verschwindet Trumps ‘ICH’ von der Bildfläche.

Zwei Beispiele:

Im Video bei 00.14.49. (Originalvideo: https://www.youtube.com/watch?v=qK_1XJ79aac)

Aussage: „We guarantee preexisting conditions“. Er macht im Zusammenhang mit der Krankenversicherung Versprechungen.

Hypothese: We? Wir? Kann er nicht zur Meinung seiner Partei stehen? Oder behauptet er einfach irgendwas?


Im Video bei 00.52.38

Aussage: “If you look at the polls…” (Wenn sie die Umfragen ansehen…) „More black people are for me…“

Hypothese: Hat er die Umfragen überhaupt angesehen? Oder ist ihm diese Aussage in den Mund gelegt worden?


In diesem Schlagabtausch gegen Biden deuteten manche Donald Trumps bulliges, lautstarkes Auftreten als Hinweis, dass er als Sieger aus dieser Runde treten werde.

Schauen wir im Video auf youtube genauer hin:

Die Bewegungen Trumps können als dynamisch und energiegeladen interpretiert werden, in Wirklichkeit schwankt er unstabil und ist nicht zielgerichtet. Mit seiner typischen Akkordeongeste (seine Hände scheinen oft etwas auseinander zu reissen oder zusammen zu schieben) fasst er nie etwas klar. Der aufgerichtete Zeigefinger Trumps wird in einer anderen typischen Geste zum Drohfinger (ICH bestimme!). Unüblich ist dabei ist die nach vorne gerichtete Handinnenfläche. Wer dauernd abweisend sein muss, versucht sich zu schützen.

Auffällig in dieser Debatte ist, dass Trump praktisch nie mit seinem Publikum in Kontakt tritt. Wäre er sich seiner so sicher, dann würde er seine Verbündeten da draussen ansprechen.

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